Mitt fiske som barn - Fischen in meiner Jugend


Während eines großen Teils meines Erwachsenwerdens bis in die Teenagerjahre gab es viel Fischerei in meinem Leben, oft mit meinen Kameraden. In den 1950er-Jahren mieteten meine Eltern ein kleines Sommerhaus vor Eksjö. Das Haus lag genau an der Wassergrenze zwischen dem Talluddasee und der Verbindung zum Långanässee. In beiden Seen gab es, bevor Versäuerung und Krebspest in Schweden zu grassieren begannen, jede Menge an Fischen und Krebsen. Wenn das Wetter passte und wir an den richtigen Plätzen waren, fingen wir so viel Fisch, wie wir nur wollten.

Oft gingen wir früh am Morgen oder in der Abenddämmerung zum Fischen. Üblicherweise angelten wir mit Angelrute, mit Würmern als Köder, oft vom Ruderboot. Meistens waren es Barsche, die wir wollten, aber in der Krebssaison August, September fingen wir auch Krebse mit Körben. Auch Schleien und Brachsen haben wir gefangen.   

Während der 1980er-Jahre hatte ein Freund das Fischereirecht am Fluss Ätran in der Nähe von Ulricehamn und wir gingen üblicherweise einmal pro Jahr Krebse fangen. Die Krebse fängt man mit speziellen Körben, die man mit Rotaugen beködert.

Meist waren wir so sechs bis acht Personen, die fischten und kochten die Krebse bis spät Freitagnacht. Am Samstagabend hatten wir dann ein großes Krebsessen im Sommerhaus meines Freundes, bei dem wir oft 25 oder 30 Personen waren. Unser Fang war immer genug für alle. Einiges an Aquavit und viele Schnapslieder gingen durch unsere Kehlen und die meisten von uns schliefen bis lang in den Sonntag, eingehüllt in Decken auf dem Boden, in Zelten auf der Wiese, manche in einer Hängematte oder am Rücksitz eines Autos. Einer erwachte sogar im einem Ruderboot. Am Sonntag ging es ans Aufräumen und wir gingen es ruhig an und sprachen über die Heldentaten des Vortages, ehe es nach einem Abendessen Zeit für die Heimfahrt nach Göteborg war. Es waren sorgenfreie Zeiten mit viel ”Rock ’n’ Roll”.

Auch heute noch gehe ich gerne gelegentlich Angeln, sowohl auf Binnenseen als auch am Meer. Zuletzt war ich im Sommer mit guten Freunden Spinnfischen im Vänern. Der Vänern ist ein fischreicher See mit etwa 80 Arten. Wir wollten Hechte und Barsche fangen und waren mehrere Stunden draußen, ohne einen Fisch zu fangen, auch wenn wir ein paar ”Bisse” hatten. Aber es geht auch um Ruhe und Entspannung, wenn du am See bist, eine Erholung für die Seele. Und so fuhren wir nach Hause, aßen selbstgekochte Krebse, gefangen im selben See - von einem Berufsfischer.

Lars Hellberg

 

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